Warum du manchmal das Gefühl hast, nichts geht voran und was dahinter steckt.

Das Gefühl, nichts funktioniert (im Bett).

Oft kommen Frauen zu mir ins Tantra Coaching, die sich schon eine Weile mit dem Thema Sexualität und Körperarbeit auseinandergesetzt haben. Sie haben Bücher gelesen und Übungen gemacht – Embodiment-Praktiken, Meditationen und andere Methoden. Sie sind eingelesen, wie das Nervensystem funktioniert, und haben sich mit dem Thema Sex und tantrische Sexualität beschäftigt.

Doch irgendwie bleiben sie stecken.

Das ist ziemlich frustrierend, wenn man Energie und Zeit reinsteckt und nicht viel dabei rauskommt. Dann entsteht schnell das Gefühl: „Das ist ein hoffnungsloser Fall“ und „Das bringt alles nichts.“

Wenn du dieses Feststecken kennst, sind diese Zeilen für dich.

Du bist kein Hoffnungsloser Fall

Erst einmal möchte ich dir sagen: Es stimmt nicht. Du bist kein hoffnungsloser Fall. Diese Gefühle kommen von einem Nervensystem, das einen „Freeze“ erlebt – das heißt, dein Nervensystem ist in einem Gefahrenzustand aktiviert, und die Abläufe in deinem Körper und Gehirn suggerieren Botschaften wie: „Zu spät.“ „Hoffnungslos.“ „Ich stecke fest.“ „Das bringt alles nichts.“

Als jemand, der gerne und lange im Freeze verbracht hat – und auch im funktionalen Freeze (also der Variante, in der man noch gut funktioniert, sich aber nicht wirklich fühlt) – und als jemand, der viele Frauen in diesem Zustand begleitet, kenne ich diesen Modus sehr gut.

Der erste Schritt im Tantra coaching

Wenn Frauen mit dem Thema „Steckenbleiben“ in mein Tantra Coaching kommen, ist es mir wichtig, im ersten Schritt ein Bewusstsein für diesen Freeze zu schaffen und wie unser Nervensystem generell funktioniert.

Im Freeze liegt eine gewisse Intelligenz. Das ist dein Nervensystem, das hier ist, um dich zu schützen. Dein Nervensystem entscheidet sich zum eigenen Schutz nicht mehr zu hören, spüren und bewegen zu können.

Dieser Zustand ist nicht, wer du bist. Es ist nicht, was dich ausmacht. Es ist ziemlich einfach, aus dem Freeze eine Identität zu machen: „Ich bin ein hoffnungsloser Fall“ – oder ähnliche Doomsday-Szenarien. Keiner dieser Doomsday-Gedanken spiegelt wider, wer du als Mensch und als Seele hier bist.

Gerade im Bereich Sexualität fassen wir manchmal ziemlich heiße Eisen an. Da ist Scham, Körperablehnung, Grenzüberschreitung, endtäuschende Liebesbegegnungen und nur um noch einen drauf zu setzen- ein paar hundert Jahre Sex- Negativität und eine schlechte Ausbildung wenn es um die eigene Sexualität geht.

Mich persönlich wundert es nicht, warum manche Systeme sich entschlossen haben einfach dicht zu machen und sich nicht zu öffnen.

Auch wenn es sich so anfühlt– der Freeze-Zustand ist etwas Vorübergehendes. In seiner gesunden Funktion sollte er das zumindest sein. Das ist der erste Schlüssel: Bewusstsein.

Die Schlüssel aus dem Freeze

Im nächsten Schritt arbeiten wir im Coaching für Frauen daran, diesen Freeze-Zustand navigieren zu lernen. Er ist ein natürlicher und funktioneller Bestandteil deines Körpers. Unangenehm wird er nur, wenn wir unser Haus darauf bauen und viel Zeit unseres Lebens – oder ganze Lebensbereiche wie die eigene Sexualität – darin verbringen.

Als gute Nervensystem-Besitzerin lernen wir, mit diesem Teil befreundet zu sein. Wir lernen auch, ihm eine Grenze zu setzen und uns aus ihm herauszubewegen.

Ein bisschen wie ein liebevolles Elternteil mit dem Kind: „Ich verstehe, dass du Angst vor dem Monster unter dem Bett hast. Lass uns gemeinsam nachschauen“ – und feststellen, dass das Monster in Wirklichkeit nur die schmutzige Jeanshose von gestern ist, die unachtsam unterm Bett gelandet ist.

(Mit meinem Unterbewusstsein wie mit einem verängstigen Kind zu reden funktioniert oft ziemlich gut)

Das ist der zweite Schlüssel: liebevolle Präsenz und Zuwendung.

Der dritte Schlüssel ist das sanfte Wieder-in-Bewegung-kommen. Wenn Freeze ein gewohnter Zustand ist, ist es hilfreich zu wissen, wie du dich darin und auch wieder heraus navigieren kannst. Gewohnt werden solche Zustände, weil wir uns sie zum Beispiel von unserem früheren Umfeld abgeschaut haben oder es einfach unsere go-tos in Stressituationen sind.

Jeder hat dabei so seine eigenen Dinge, die helfen, in Bewegung zu kommen. Für mich als jemanden, der lange im Freeze zu Hause war, ist regelmäßiger Sport wichtig – Kraftsport und Gym. Außerdem das Element der Co-Regulation: einfach mit anderen Menschen und Nervensystemen zusammen sein, die mir helfen, mich positiv in Bewegung zu setzen.

Denn wir Menschen sind Beziehungswesen, keine Inseln. Das eine ist, sich selbst regulieren zu lernen – das andere ist, mit Menschen in Kontakt zu sein.

Warum du es nicht alleine Schaffen musst

Wenn ich weiß, dass mir etwas besonders schwerfällt und ich gerne in Prokrastination, Überforderung oder Perfektionismus versinke (auch eine Freeze-Reaktion), suche ich mir ein positives Umfeld, eine Community oder einen Coach für diesen Bereich. Positive Bestärkung ist für mich dabei essenziell – sie erspart mir viel Frust, weil ich manche Dinge einfach nicht alleine hinbekomme.

Für mich persönlich war das ein Prozess – denn in meinem System wollte ich die Dinge immer alleine schaffen. Zu lernen und zu akzeptieren, dass es mir guttut, an der ein oder anderen Stelle Hilfe zu holen – zum Beispiel eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio abzuschließen, anstatt erfolglos eine Bewegungsroutine mit Home-Workouts zu etablieren – dafür habe ich zugegeben viel zu lange am falschen Ende gespart. Nur um dann mit mir unzufrieden zu sein, weil ich so „faul“ bin (auch eine Freeze-Reaktion, nebenbei bemerkt).

Das sehe ich bei vielen Frauen, die bei mir dann ins Coaching kommen. Oft haben sie es allein probiert, sind aber nicht weitergekommen. Nicht, weil bei ihnen alles hoffnungslos ist- sondern weil sie nicht die richtige Hilfe hatten.

Feststecken ist kein Scheitern

Du siehst also: Feststecken ist kein Scheitern. Es liegt oft nur daran, dass wir Schwierigkeiten haben, unseren Freeze-Response zu navigieren. Mit dem richtigen Wissen, Begleitung und Übung kommen auch hier die Dinge wieder in den Fluss.

Wenn du dich gerade mit Fragen rund um deine Sexualität beschäftigst und dir Unterstützung wünscht, schau dir mein 1-1 Tantra Coaching für Frauen an.

Für mehr Wissen um Tantra und weibliche Sexualität besuche gern meinen Podcast.

Schön, dass du hier bist.

Ich bin Jasmim und helfe Frauen dabei ihre erfüllte Sexualität zu leben.

Ich hoffe, dieser Blogbeitrag hat dich inspiriert.

Jasmim

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